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Wasserleitung

Druckminderer für die Wasserleitung – Funktion, Anwendung & Voraussetzungen

Innerhalb eines Trinkwasserleitungssystems übernimmt ein unscheinbares Druckventil eine ganz besondere und wichtige Funktion: Der Druckminderer sorgt dafür, dass Wasser nicht mit zu viel Druck unkontrolliert aus dem Wasserhahn strömt. Alles über Druckminderer an der Wasserleitung erfahren Sie auf Sanitaer.org.

Inhaltsverzeichnis
  1. Funktion
  2. Montage & Preise
  3. Fazit
Druckminderer Wasserleitung

An einem Manometer lässt sich der Wasserdruck in den Leitungen gut ablesen. © Arne Belz, Bremke / pixelio.de

Wasser wird durch einen relativ hohen Druck des Trinkwassernetzes für Haushalte bereitgestellt. Damit auch höhere oder höher gelegene Gebäude beziehungsweise Wohnungen mit Leitungswasser versorgt werden können, sind die Versorgungsleitungen in der Regel mit einem Wasserdruck von bis zu 7 bar voreingestellt. Doch dieser in einer Wasserleitung vorhandene Druck ist grundsätzlich zu hoch, um eine ungestörte und dem Gebrauch angemessene Nutzung und Entnahme des Leitungswassers zu gewährleisten. Damit Trinkwasser aufgrund des hohen Drucks nicht unkontrolliert aus der Leitung fließt, wird schließlich ein Druckminderer an Metallrohren oder auch an PE-Wasserleitungen eingesetzt. Dieser setzt den bereitgestellten Druck auf einen gewünschten Wert herab und hält diesen konstant. Da vor allem Anlagen wie zum Beispiel Warmwasserbereiter, die innerhalb des Leitungssystems verbaut sind, nur über eine begrenzte Druckfestigkeit verfügen, ist der Einbau eines Druckminderers dringend zu empfehlen. Durch den Einsatz der Druckminderer an einer Wasserleitung werden sowohl Geräte, Armaturen und Installationen gleichermaßen geschützt als Fließgeräusche des Wassers minimiert sowie der Wasserverbrauch erheblich reduziert.

Funktionsweise von Druckminderer für die Wasserleitung

Ein Druckminderer kann als Ventil verschiedene Druckausprägungen auf der Versorgungs- oder Eingangsseite aufnehmen und aufgrund eines Drucksensors sicherstellen, dass auf der Verbraucher- oder Ausgangsseite ein bestimmter, über eine Feder eingestellter Druck nicht überschritten wird. Dazu wird der Druckminderer in ein Trinkwasserleitungssystem fest installiert. Egal, ob Sie Wasserleitungen erneuern möchten oder einen Druckminderer an bestehenden Rohren einbauen wollen. Sie sollten unbedingt den Wasserdruck in der Leitung prüfen lassen, bevor Sie die Rohre in Betrieb nehmen!

Die Funktionsweise eines Druckminderers ist unabhängig vom Einsatzbereich und dem vorliegenden Aggregatzustand der Energiequelle (flüssig oder gasförmig) stets dieselbe:

  • Eine mit dem Regelventil gekoppelte Membran wird sowohl dem niedrigeren, sogenannten Hinterdruck auf der Verbraucherseite als auch dem Druck einer Einstellfeder ausgesetzt.
  • Steigt der Druck auf der Verbraucherseite an, so schließt sich je nach Ausmaß des Drucks das Regelventil. Die Drosselung ermöglicht die gewünschte Druckabsenkung.
  • Sinkt der Hinterdruck, erhöht sich dagegen der Durchfluss im Regelventil.
  • Aufgrund der Federkraft, die der Membranbewegung entgegenwirkt, wird sichergestellt, dass der Hinterdruck im Druckminderer an der Wasserleitung auch bei schwankendem Vordruck konstant gehalten wird.

Mithilfe der Druckminderer an einer Wasserleitung wird der ausgegebene Wasserdruck von Wohnhäusern auf etwa 3 bar reduziert. Hierdurch wird schließlich die ungestörte Funktion des Leitungssystems, der Geräte und Armaturen gewährleistet. Sollte der Wasserdruck trotz richtiger Einstellung des Druckwerts an der Druckfeder zu gering sein, kann es sein, dass sich Kalk in Ihren Rohren festgesetzt hat. In diesem Fall sollten Sie Ihre Wasserleitungen entkalken lassen, um die weitere Funktionalität nicht zu gefährden.

ACHTUNG:
Druckminderer müssen einmal pro Jahr einer Inspektion unterzogen werden. Zudem ist je nach Abhängigkeit der Betriebsbedingungen alle 1-3 Jahre eine Wartung durch qualifizierte Fachbetriebe durchführen zu lassen. Erfahrene Installateure aus Ihrer Region können Sie kostenlos über unser Sanitär-Portal finden und unverbindlich kontaktieren.

Druckminderer für die Wasserleitung: Montage & Preise

Werden neue Wasserrohre in einem Gebäude verlegt, wird in der Regel zugleich ein Druckminderer an die Wasserleitung gebaut. Nach Fertigstellung und solang die installierten Wasser führenden Leitungen noch sichtbar sind, sind diese einer Druckprüfung zu unterziehen. Die vorgeschriebene Druckprüfung dient der Feststellung der Festigkeit und Dichtigkeit des gesamten Rohrsystems. Hierzu gehören alle Armaturen und Installation wie beispielsweise ein Druckminderer. Erst nach erfolgreich verlaufener Druckprüfung der Trinkwasserleitung sind die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme des Leitungssystems erfüllt.

Druckminderer für die Wasserleitung werden in der Regel fest zwischen waagerechten Rohrverbindungen montiert. Wichtig ist hierbei, dass

  • eine zentrale Stelle als Einbauort gewählt wird.
  • der Druckminderer nach dem Wasserzähler installiert wird.
  • das Manometer gut abzulesen ist.
  • die Siebtasse zur Vereinfachung von Wartung und Reinigung gut einsehbar und nach unten gerichtet ist.
  • vor dem Druckminderer zur Sicherheit ein Absperrventil angebracht wird.
  • der Einbauort frostsicher und leicht zugänglich ist.

Bedenken Sie: Die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme der Rohre sind erst nach erfolgreich verlaufener Druckprüfung der Wasserleitung gegeben. Kosten für Druckminderer für die Wasserleitung variieren je nach Gewindegröße der Rohranschlüsse, Ausstattung und Hersteller. Druckminderer mit Verschraubung, Dichtringen und Feinsieb zur Filterung sowie einer Gewindegröße zur Verrohrung von 1/2“ sind bereits ab etwa 70 Euro im Fachhandel erhältlich. Der Preise für Druckminderer mit einer Gewindegröße zur Verrohrung von 1 1/4“ beginnen bei etwa 115 Euro.

Fazit

Ein Druckminderer gehört zu den elementaren Bauteilen eines Rohrsystems. Mithilfe von Druckminderer an der Wasserleitung wird der vorhandene Wasserdruck auf ein angemessenes Maß herabgesenkt. Erst mit der Drucksenkung kann Leitungswasser kontrolliert aus den Armaturen entnommen werden.