Defekte Abwasserleitungen können unangenehme Gerüche verursachen, zu Feuchteschäden führen und im schlimmsten Fall das Erdreich sowie das Grundwasser verunreinigen. Häufig sind solche Probleme ein deutliches Anzeichen dafür, dass eine Sanierung der Abwasserleitungen erforderlich ist. Für viele Eigentümer klingt diese Diagnose zunächst abschreckend, da sie mit aufwendigen und kostenintensiven Erdarbeiten rechnen. Moderne Sanierungsverfahren ermöglichen es jedoch, selbst gravierende Schäden an Abwasserleitungen ohne umfangreiche Erdarbeiten zu beheben. Auf diese Weise werden die Leitungen innerhalb kurzer Zeit wieder voll funktionsfähig und die Oberflächen auf dem Grundstück bleiben weitgehend unversehrt.
- Was bedeutet Abwasserleitung sanieren?
- Welche Normen und Vorschriften gelten für Abwasserleitungen?
- Wann muss man Abwasserrohre sanieren?
- Wie oft müssen Abwasserleitungen geprüft werden?
- Wie wird der Zustand von Abwasserleitungen geprüft?
- Was ist eine Dichtheitsprüfung bei Abwasserleitungen?
- Wie läuft eine Kamerabefahrung von Abwasserrohren ab?
- Welche Sanierungsmethoden gibt es für Abwasserrohre?
- Was ist eine grabenlose Rohrsanierung?
- Wann ist eine offene Erneuerung der Abwasserleitung nötig?
- Sanierungsmethoden für Abwasserleitungen im Vergleich
- Wie läuft eine Abwasserleitungssanierung im Haus ab?
- Wie lange dauert eine Abwasserrohrsanierung?
- Was kostet eine Abwasserleitungssanierung?
- Wer zahlt die Sanierung von Abwasserleitungen in Mietwohnungen?
- Zahlt die Gebäudeversicherung die Abwasserrohrsanierung
- Wie lange hält eine sanierte Abwasserleitung?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Abwasserleitung sanieren: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Abwasserleitungen müssen saniert werden, wenn Rohre und Leitungen nicht mehr dauerhaft dicht oder funktionsfähig sind oder Schäden aufweisen.
- Sanierungsarbeiten können heute in vielen Fällen mithilfe grabenloser Verfahren durchgeführt werden.
- Zu diesen Verfahren zählen verschiedene Liningmethoden wie Schlauchlining, Kurzliner oder Rohrstangenlining. Da keine umfangreichen Erdarbeiten erforderlich
- sind, lassen sich bei diesen Methoden Kosten reduzieren und die Bauzeit deutlich verkürzen.
- Bei schweren Schäden wie Rohrbrüchen, starken Verformungen oder Einstürzen ist jedoch eine Erneuerung in offener Bauweise notwendig.
- Im ersten Schritt führt ein qualifizierter Fachbetrieb eine Videoinspektion durch, um den Zustand der Leitung zu kontrollieren und bei Bedarf geeignete Maßnahmen vorzuschlagen.
Was bedeutet Abwasserleitung sanieren?
Im Rahmen einer Abwasserleitungssanierung wird die Gebrauchstauglichkeit und Dichtheit beschädigter Entwässerungsleitungen wiederhergestellt, entweder durch
- punktuelle Reparatur,
- Renovierung ganzer Leitungsstrecken oder
- durch die komplette Erneuerung.
Welche Sanierungsmaßnahme schlussendlich notwendig ist, hängt vom Zustand des Rohrsystem ab. Ziel ist stets eine dauerhaft dichte Leitung, die den gesetzlichen Anforderungen genügt, Infiltration und Exfiltration vermeidet und hydraulisch sicher funktioniert.
Welche Normen und Vorschriften gelten für Abwasserleitungen?
Für Planung, Bau, Prüfung und Sanierung von Abwasserleitungen gelten verschiedene technische Regeln, zu denen unter anderem folgende zählen:
- Die DIN EN 1610 regelt den Einbau sowie die Dichtheitsprüfung von Abwassersystemen und Kanälen.
- Die DIN 1986 100 ist insbesondere für Hausentwässerungsanlagen maßgeblich.
- Die DIN EN 12056 beschreibt Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden.
- DIN EN 13508-2 hält Vorgehen bei Untersuchung und Beurteilung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden fest.
Ergänzend sind regionale Vorgaben der Kommunen sowie die Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes zu beachten.
Wann muss man Abwasserrohre sanieren?
Ein Sanierungsbedarf besteht, wenn
- der Zustand der Abwasserrohre nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht,
- Abwasser nicht mehr sicher abgeleitet wird oder
- die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers
besteht. Für Abwasserleitungen außerhalb von Gebäuden erfolgt die Bewertung von Schäden im Rahmen einer optischen Inspektion nach DIN EN 13508 2 in Verbindung mit dem Merkblatt DWA-M 149-3 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft. Die Schäden im Abwassersystem werden dabei kodiert und einer Zustandsklasse zugeordnet. Ab bestimmten Zustandsklassen sind Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um Dichtheit und Betriebssicherheit wiederherzustellen. [2][3]
Woran erkennt man Schäden an Abwasserleitungen?
- wiederkehrender Rückstau
- gluckernde Geräusche
- modriger Geruch aus Abflüssen
- feuchte Stellen an Wänden oder unter dem Estrich
- Setzungen im Außenbereich
- plötzlich erhöhte Grundwasserzuflüsse in Schächten
- ungleichmäßiger Abfluss
- Risse
- Scherbenbildung
Welche Ursachen führen zu defekten Abwasserrohren?
Defekte Abwasserrohre entstehen in der Regel nicht plötzlich, sondern sind das Ergebnis langfristiger Belastungen, materialbedingter Schwächen oder äußerer Einflüsse aus dem Erdreich. Jedoch können auch Planungsfehler zu späteren Schäden führen. Generell zählen folgende Punkte zu den Hauptursachen einer defekten Abwasserleitung:
- Wurzeleinwuchs
- Materialermüdung
- Korrosion
- Muffenversatz als Folge von Erdbewegungen
- Setzungen im Baugrund
Wie oft müssen Abwasserleitungen geprüft werden?
Die Prüfintervalle für private Abwasserleitungen variieren je nach Bundesland und kommunalen Vorgaben. In der Praxis wird eine Überprüfung alle 20 bis 25 Jahre empfohlen. In Wasserschutzgebieten gelten häufig kürzere Intervalle. Bei Neubauten oder nach umfassenden Sanierungen ist in der Regel eine Dichtheitsprüfung verpflichtend. Bei alten Gebäuden, die bis circa 1970 gebaut wurden, bestehen die Abwasserleitungen häufig aus Gusseisen. Diese Gusseisenrohre verlieren aufgrund von Korrosion über die Jahre immer mehr an Stabilität. Die Materialermüdung führt dazu, dass die Gusseisenrohre zunehmend undicht werden oder sogar brechen. Deshalb ist es bei Altbauten sinnvoll, eine umfassende Prüfung der Leitungen durchzuführen. Jedoch lassen sich auch defekte Gusseisenrohre im Rahmen einer Kanalsanierung wieder instand setzen, zum Beispiel mithilfe von Schlauchlinern. Alternativ können einzelne beschädigte Rohrbereiche komplett ausgetauscht werden. Die Wahl zwischen grabenlosen Verfahren wie Schlauchlining und offener Sanierung hängt dabei vom Schadensausmaß und der Zugänglichkeit der betroffenen Leitungsabschnitte ab.
Wie wird der Zustand von Abwasserleitungen geprüft?
Der Zustand von Abwasserleitungen wird im ersten Schritt durch eine optische Kamerainspektion geprüft. Ergänzend kommen physikalische Prüfverfahren zum Einsatz, bei denen die Dichtheit der Leitung mit Wasser oder Luft getestet wird, wobei häufig beide Methoden kombiniert werden. Die Ergebnisse werden durch den Profi videobasiert dokumentiert und ausgewertet. Auf Grundlage der Inspektion erstellt der Fachbetrieb dann eine Zustandsbewertung und leitet daraus eine geeignete Sanierungsstrategie ab.
Was ist eine Dichtheitsprüfung bei Abwasserleitungen?
Eine Dichtheitsprüfung stellt fest, ob Abwasserleitungen und Schächte dicht sind und weder Abwasser austritt noch Fremdwasser eindringt. Geprüft wird, ob das Leitungssystem die vorgeschriebenen technischen Anforderungen erfüllt. Die Prüfung erfolgt je nach Situation mit Luft oder Wasser und wird nach den geltenden Normen durchgeführt. Sie dient dem Schutz von Umwelt, Boden und Grundwasser und ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung.
Dichtheitsprüfung: Luftverfahren
Beim Luftverfahren wird die Abwasserleitung mit Luft (Verfahren L) beaufschlagt (was ist denn beaufschlagt, vielleicht in einem Nebensatz noch erklären?) und der Druck über einen festgelegten Zeitraum überwacht. Bleibt der Druck innerhalb der zulässigen Grenzwerte, gilt die Leitung als dicht. Dieses Verfahren ist schnell durchführbar und eignet sich besonders für neue oder trockene Leitungen.
Dichtheitsprüfung: Wasserverfahren
Beim Wasserverfahren (Verfahren W) wird die Leitung vollständig mit Wasser gefüllt. Der Wasserstand wird über einen definierten Zeitraum kontrolliert. Sinkt er nicht unter das zulässige Maß, ist die Dichtheit nachgewiesen. Das Wasserverfahren liefert sehr zuverlässige Ergebnisse und wird häufig eingesetzt, wenn das Luftverfahren nicht bestanden wurde oder erhöhte Anforderungen bestehen.
Wie läuft eine Kamerabefahrung von Abwasserrohren ab?
- Im ersten Schritt wird die Abwasserleitung gründlich gereinigt und für die Untersuchung zugänglich gemacht. Der Zugang erfolgt im Haus in der Regel über Revisionsöffnungen, Bodenabläufe, Fallrohre oder Sanitäranschlüsse. Auf dem Grundstück dienen Revisionsschächte oder Kontrollöffnungen als Einstiegspunkte. Leitungen in der Wand, unter dem Estrich oder im Erdreich werden über diese vorhandenen Zugänge inspiziert, ohne Bauteile öffnen zu müssen.
- Anschließend befährt die Kamera vom jeweiligen Einstiegspunkt aus die festgelegten Leitungsabschnitte. Dabei werden sowohl erdverlegte Leitungen als auch Abwasserleitungen im Haus untersucht, einschließlich Leitungsführungen in der Wand und unter Decken. Schäden wie Risse, Versätze, Undichtigkeiten oder Ablagerungen werden eindeutig lokalisiert, bewertet und lückenlos dokumentiert.
- Während der Befahrung werden die Aufnahmen laufend aufgezeichnet. Besonderes Augenmerk gilt Übergängen zwischen Leitungen, Wanddurchführungen sowie Anschlussbereichen von Fallleitungen und Grundleitungen, da hier Schäden besonders häufig auftreten.
- Am Ende der Untersuchung erhalten Sie eine vollständige Videodokumentation sowie einen schriftlichen Bericht mit einer fachlichen Schadensbewertung. Diese Unterlagen bilden die Grundlage für Sanierungsentscheidungen, Kostenschätzungen und spätere Ausschreibungen.
Vereinbaren Sie bereits im Vorfeld schriftlich, dass die Rohdaten des Videos, ein Lageplan der Leitungen sowie ein standardisierter Befundbericht Bestandteil der Leistung sind. So stellen Sie sicher, dass die Kamerabefahrung vollständig dokumentiert ist und die Ergebnisse auch langfristig nutzbar bleiben.

Welche Sanierungsmethoden gibt es für Abwasserrohre?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen
- einer punktuellen Reparatur oder Ausbesserung mithilfe von Kurzlinern,
- einer streckenweisen Renovierung mit Schlauchlining oder Inlinern und
- einer kompletten Erneuerung beispielsweise durch eine offene Bauweise.
Die Wahl hängt vom Schadensausmaß ab. Lokale Risse und undichte Muffen lassen sich durch kleinere Reparaturen beheben. Längere Schadensstrecken werden mit Inlinern saniert. Bei massiven Schäden bleibt jedoch meistens nur eine Erneuerung.
Was ist eine grabenlose Rohrsanierung?
Eine grabenlose Rohrsanierung umfasst Verfahren, die Rohre von innen reparieren oder erneuern, ohne die Erde großflächig zu öffnen. Das schont die Oberflächen, reduziert Lärm und beschleunigt den Ablauf. Zu diesen Verfahren zählen unter anderem Schlauchlining, Kurzliner und Beschichtungen. Dabei entfallen vor allem Erdarbeiten, Wiederherstellungskosten und lange Sperrungen. Allerdings stößt die Methode bei statischen Schäden oder starken Verformungen an ihre Grenzen.
Wie funktioniert die Inliner-Sanierung bei Abwasserleitungen?
Beim Inliner oder auch Schlauchlinern wird ein durchgehender, harzgetränkter Schlauch in die bestehende Leitung eingezogen oder eingestülpt. Nach dem Aushärten entsteht ein neues, dichtes Rohr im alten Rohr. Dieses Verfahren eignet sich für längere Leitungsabschnitte mit vielen Schäden.
Wie funktioniert die Kurzliner-Sanierung bei Abwasserrohren?
Ein Kurzliner ist ein punktuelles Reparaturverfahren. Dabei wird ein mit Harz getränkter Glasfaser- oder Filzstreifen gezielt auf eine schadhafte Stelle im Rohr aufgebracht und dort ausgehärtet. Dieses Verfahren eignet sich besonders für einzelne Risse, undichte Muffen oder kleine Schadstellen.
Wie funktioniert die Sanierung durch Innenbeschichtung?
Bei der Innenbeschichtung wird die Rohrinnenwand mit einem flüssigen Harz oder Kunststoff beschichtet, das aufgespritzt oder geschleudert wird. Hierbei wird auch vom sogenannten Sprayliner-Verfahren gesprochen. Es entsteht eine dünne, fugenlose Schutzschicht, die kleinere Schäden abdichtet und das Rohr vor Korrosion schützt.
Wann ist eine offene Erneuerung der Abwasserleitung nötig?
Eine offene Erneuerung der Abwasserleitung ist dann erforderlich, wenn die Leitung stark beschädigt oder im schlimmsten Fall bereits teilweise eingestürzt ist. Auch bei massiven Lageabweichungen, fehlendem Gefälle oder wenn die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist, reichen grabenlose Verfahren nicht mehr aus. In diesen Fällen muss die Leitung vollständig freigelegt und erneuert werden.
Sanierungsmethoden für Abwasserleitungen im Vergleich
| Merkmal | Schlauchliner-Sanierung | Kurzliner-Sanierung | Innenbeschichtung (Sprayliner) | offene Erneuerung |
| Vorgehen | Einbau eines durchgehenden Inliners im bestehenden Rohr | punktuelle Reparatur einzelner Schadstellen von innen | Beschichtung der Rohrinnenwand mit Kunststoff oder Harz | Freilegen und vollständiger Austausch der Leitung |
| wann anwendbar |
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| Vorteile |
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| Nachteile |
| nur für kleine Schadstellen geeignet | nicht für größere Schäden oder Verformungen |
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Wie läuft eine Abwasserleitungssanierung im Haus ab?
Eine Abwasserleitungssanierung im Haus beginnt wie bei Wartungsarbeiten von Kanälen auf dem Grundstück mit einer gründlichen Reinigung und einer TV-Inspektion der Leitungen. Auf dieser Basis wird der Zustand bewertet und ein geeignetes Sanierungsverfahren festgelegt. Anschließend erfolgt die eigentliche Sanierung, zum Beispiel durch Kurzliner, Schlauchlining oder Innenbeschichtung. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Leitung erneut kontrolliert, um die Qualität und Dichtheit zu überprüfen. Zum Schluss erhalten die Eigentümer eine Dokumentation, die als Nachweis für die fachgerechte Ausführung dient.
Wie lange dauert eine Abwasserrohrsanierung?
Grabenlose Maßnahmen an Hausanschlüssen sind oft in wenigen Stunden bis 1 bis 2 Tagen abgeschlossen, je nach Länge, Zugänglichkeit und Aushärtesystem. Die offene Bauweise kann abhängig von Länge, Tiefe, Oberfläche und Verkehrsführung mehrere Tage bis Wochen beanspruchen.
Kann man Bad und Küche während der Sanierung nutzen?
Ob Bad und Küche während der Sanierung genutzt werden können, hängt vom gewählten Verfahren und vom Umfang der Arbeiten ab. Bei grabenlosen Sanierungen wie Kurzliner oder Schlauchlining ist die Nutzung oft nur kurzzeitig oder abschnittsweise eingeschränkt. Während bestimmter Arbeitsschritte, zum Beispiel beim Aushärten der Materialien, dürfen die Leitungen jedoch nicht benutzt werden. Fachbetriebe informieren vorab genau über Dauer und notwendige Nutzungspausen.
Was kostet eine Abwasserleitungssanierung?
Die Kosten für eine Abwasserleitungssanierung variieren stark je nach Verfahren, Länge der Leitung, Zugänglichkeit und dem Schadensumfang. Sie können zwischen 150 und 500 Euro pro Meter liegen oder je nach Aufwand auch darüber. Nach der Inspektion sollten Sie sich im Rahmen einer Beratung durch den Profi über die verschiedenen Sanierungsmethoden informieren. Grabenlose Sanierungen fallen im Vergleich zu umfangreichen Reparaturen, die Erdarbeiten benötigen, kostengünstiger aus. Jedoch sind diese Methoden der Rohrsanierung nur für gezielte Reparaturen geeignet. Wenn gravierende Schäden an den Abwasserrohren festgestellt werden, müssen diese Leitungen freigelegt werden, um eine langlebige und fachgerechte Sanierung zu gewährleisten.
Was kostet eine Inliner-Sanierung pro Meter?
Für eine Inliner-Sanierung liegen die Kosten in der Regel zwischen 150 und 500 Euro pro laufendem Meter. Der Preis hängt vor allem vom
- Rohrdurchmesser,
- vom Sanierungssystem,
- von der Länge des zu sanierenden Abschnitts und
- vom Reinigungsaufwand
ab. Bei längeren, gut zugänglichen Leitungen bewegen sich die Kosten meist im unteren Bereich der Spanne. Bei kurzen Strecken oder komplexen Leitungsführungen steigen die Meterpreise entsprechend.
Was kostet eine offene Sanierung pro Meter?
Eine offene Sanierung ist deutlich aufwendiger. Für das Freilegen, den Austausch der Leitung und die anschließende Verfüllung liegen die reinen Rohrbaukosten meist zwischen 300 und 500 Euro pro Meter. Hinzu kommen häufig erhebliche Kosten für den Aufbruch und die Wiederherstellung von Oberflächen. Besonders bei Leitungen unter Gebäuden, Einfahrten oder gepflasterten Flächen kann der Preis pro Meter deutlich steigen.
Abwasserleitung sanieren: Kosten im Überblick
| Verfahren | Kosten pro Meter |
| Kamerainspektion | 150 bis 500 Euro |
| Schlauchliner | 200 bis 500 Euro pro Meter |
| Kurzliner | 150 bis 250 Euro pro Meter |
| Spray Liner | 150 bis 450 Euro pro Meter |
| offene Sanierung | 300 bis 500 Euro pro Meter |
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Abwasserrohrsanierung?
- Fachbetrieb
- Region
- Anfahrtkosten
- Art des Schadens
- Methode der Abwasser- bzw. Kanalsanierung
- Leitungslänge
- Rohrdimension
- Anzahl und Größe der Schadstelle
- Zugänge
- Bögen oder Abzweigungen
- Aufwand für Reinigung und Endprüfung
Welche Zusatzkosten entstehen durch Aufbruch und Wiederherstellung?
Die Zusatzkosten variieren stark je nach Material des Bodens und Umgebung. Da jeder Betrieb mit anderen Preisen arbeitet, lassen sich die Kosten und Preise nur ungefähr einordnen. Pflasterarbeiten inklusive Aushub und Neuverlegung verursachen ebenfalls Kosten.
Wer zahlt die Sanierung von Abwasserleitungen in Mietwohnungen?
In Mietwohnungen ist grundsätzlich der Eigentümer beziehungsweise Vermieter für die Sanierung der Abwasserleitungen verantwortlich. Abwasserleitungen gehören zur Bausubstanz und damit zur Instandhaltungspflicht des Vermieters. Die Kosten können in der Regel nicht direkt auf die Mieter umgelegt werden. Nur bei nachweislich schuldhaft verursachten Schäden kann der Mieter unter Umständen haftbar gemacht werden.
Zahlt die Gebäudeversicherung die Abwasserrohrsanierung
Leitungswasserschäden sind grundsätzlich versichert, jedoch hängt dies von den Schadensarten ab, die über Ihre Versicherung abgedeckt sind. Zudem spielt es eine Rolle, ob es sich um innenliegende oder außenliegende Leitungen handelt. Innenliegende Wasserschäden können in der Regel durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt werden. Die Absicherung von Ableitungsrohren unterscheidet allerdings zwischen innenliegenden und außerhalb des Gebäudes verlaufenden Rohren. Außenliegende Ableitungsrohre auf dem Grundstück sind oft nicht mitversichert oder nur über einen Zusatzbaustein abgedeckt. Außerhalb des Grundstücks gelten wiederum besondere Bedingungen. Prüfen Sie deshalb, ob Ableitungsrohre außerhalb beziehungsweise auf dem Grundstück ausdrücklich eingeschlossen sind und welche Entschädigungsgrenzen gelten.
Wie lange hält eine sanierte Abwasserleitung?
Die Lebensdauer einer sanierten Abwasserleitung hängt vom gewählten Sanierungsverfahren, der Materialqualität und der fachgerechten Ausführung ab. Grabenlose Verfahren wie Schlauchlining erreichen bei sachgemäßer Anwendung häufig eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren. Auch punktuelle Reparaturen wie Kurzliner können bis zu 15 Jahre zuverlässig halten, wobei es hier ebenfalls auf die Qualität und Sorgfalt beim Einbau ankommt. Regelmäßige Wartung und eine sachgemäße Nutzung der Leitungen tragen zusätzlich zur langen Haltbarkeit bei.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Lassen Sie Ihre Abwasserleitungen nach 10 bis 20 Jahren durch eine fachgerechte Kamerabefahrung prüfen, um so unbemerkte Undichtigkeiten frühzeitig zu entdecken und Folgeschäden zu verhindern.
- Vergleichen Sie mehrere Sanierungsangebote und achten Sie dabei auf identische Schadenskodierungen, gleiche Leitungslängen und vollständige Leistungsbeschreibungen.
- Fordern Sie grabenlose Verfahren an, wenn technisch möglich. Das senkt die Bauzeit und schont den Boden. Klären Sie die Versicherungsdeckung für Ableitungsrohre auf dem Grundstück.
- Wichtig ist, dass Sie sich die Inspektion und Sanierung durch den Fachbetrieb detailiert dokumentieren lassen, um die normgerechte Durchführung zu gewährleisten.
- Nicht immer ist ein Materialdefekt im Abschlussrohr die Ursache für muffigen Geruch oder Wasserrückstau in Sanitäranlagen. In manchen Fällen kann auch eine Verstopfung dahinterstecken, die sich durch eine Entlüftung der Abwasserleitungen beheben lässt.
Fazit
Eine erfolgreiche Sanierung von Abwasserleitungen basiert auf einer sorgfältigen Diagnose, der Einhaltung geltender Normen und einer lückenlosen Dokumentation. Die Kombination aus TV-Inspektion, Dichtheitsprüfung und standardisierter Schadensbewertung schafft eine verlässliche Grundlage für ein passendes Sanierungskonzept. Grabenlose Verfahren wie Schlauchlinern sind dabei häufig schneller und wirtschaftlicher, während bei schweren Schäden eine offene Erneuerung notwendig bleibt. Die Kosten lassen sich nur anhand klar dokumentierter Befunde realistisch einschätzen, wobei Aufbruch- und Wiederherstellungsarbeiten das Budget deutlich beeinflussen können. Wer alle Unterlagen sorgfältig aufbewahrt und frühzeitig den Versicherungsschutz prüft, reduziert Risiken und sichert die Funktionsfähigkeit der Entwässerung langfristig.
Abwasserleitung sanieren: Häufig gestellte Fragen
Benötigt man für Sanierungen auf dem Grundstück Genehmigungen?
Für Arbeiten an privaten Grundleitungen auf dem eigenen Grundstück sind häufig keine gesonderten Baugenehmigungen nötig, aber Anzeigepflichten oder Abstimmungen mit dem örtlichen Entwässerungsbetrieb, insbesondere bei Anschluss an den öffentlichen Kanal, Verkehrsflächen oder bei Grundwasser‑Einfluss. Prüfen Sie lokale Satzungen und Vorgaben. Kommunen und Wasserbetriebe veröffentlichen Merkblätter zu Verfahren, Zuständigkeiten und Nachweisen.
Was passiert, wenn man eine undichte Abwasserleitung nicht saniert?
Bleibt eine undichte Leitung unbehandelt, können Fäkalien oder Chemikalien ins Erdreich eindringen und das Grundwasser belasten. Gleichzeitig dringt Fremdwasser in das Kanalsystem ein, was zu Überlastung und Mehrkosten bei der Abwasserbehandlung führt. Behörden können bei nachgewiesener Vernachlässigung Bußgelder verhängen, und Versicherungen verweigern unter Umständen die Kostenübernahme für Folgeschäden.
Darf man die Abwasserleitung selbst sanieren?
Eigenleistungen sind bei der Sanierung nur sehr eingeschränkt erlaubt. Inspektion, Dichtheitsprüfung und Sanierung dürfen ausschließlich von Fachbetrieben mit entsprechender Zulassung nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) durchgeführt werden. Eigenständige Reparaturen ohne Sachkunde können zu Undichtigkeiten führen und bei Kontamination des Bodens sogar Bußgelder oder Haftungsansprüche nach sich ziehen.
Wie kann man Schäden an Abflussrohren vorbeugen?
Vermeiden Sie die Entsorgung von Fetten, Ölen, Feuchttüchern oder Chemikalien über die Abflussrohre, da sie Ablagerungen und Korrosion verursachen und schadhaft für das Rohrmaterial sind sowie zu Verstopfungen führen. Eine regelmäßige Spülung mit heißem Wasser und biologischen Reinigern beugt Rückständen vor. Zusätzlich hilft es, Bäume mit starkem Wurzelwachstum mit einem gewissen Abstand von Leitungen entfernt zu pflanzen, um Wurzeleinwuchs zu verhindern.
Quellen
[1] „Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG)“. Gesetze-im-internet.de, www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/BJNR258510009.html. Zugegriffen 22. Januar 2026.
[2] „DIN EN 13508-2 | 2011-08 Untersuchung und Beurteilung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden – Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion“. Baunormenlexikon.de, f:data GmbH, www.baunormenlexikon.de/norm/din-en-13508-2/b56f9760-31f7-441e-9232-0ede366ccc44. Zugegriffen 22. Januar 2026.
[3] Bringewski, Frank. „Merkblatt DWA-M 149-3 ‚Zustandserfassung und -beurteilung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden – Teil 3: Beurteilung nach optischer Inspektion‘“. Dwa.de, 1. Juni 2024, de.dwa.de/de/regelwerk-news-volltext/merkblatt-dwa-m-149-3-zustandserfassung-und-beurteilung-von-entwaesserungssystemen-ausserhalb-von-gebaeuden-teil-3-beurteilung-nach-optischer-inspektion.html.