Ein Wasserleck muss nicht tropfen oder sichtbar sein, um großen Schaden anzurichten. Oft arbeitet es leise im Hintergrund. Feuchtigkeit wandert in Estrich und Mauerwerk, Schimmel findet ideale Bedingungen, Leitungen korrodieren und die Verbrauchskosten ziehen unbemerkt an. Genau hier setzt die professionelle Leckortung an. Sie spürt die Ursache schnell und mit möglichst wenig Eingriff auf. Denn das Ziel ist, nicht großflächig zu öffnen, sondern nur dort, wo es tatsächlich erforderlich ist. Je nach Schadensbild werden dafür passende Mess- und Ortungsverfahren eingesetzt, um die undichte Stelle präzise einzugrenzen.
- Was ist eine Leckortung?
- Wann ist eine Leckortung notwendig?
- Gibt es zerstörungsfreie Verfahren zur Leckortung?
- Folgen unbehandelter Lecks
- Wie läuft eine Leckortung ab?
- Welche Methoden der Leckortung gibt es?
- Vorteile und Nachteile der einzelnen Methoden zur Leckortung
- Leckortung: Welche Methode ist bei welcher Art von Schaden sinnvoll?
- Was passiert nach der Leckageortung?
- Wie wird das gefundene Leck repariert?
- Was kostet eine Leckortung 2026?
- Leckageortung: Wer trägt die Kosten?
- Kann ich ein Leck ohne professionelle Hilfe orten?
- Was tun, wenn trotz Leckortung kein Leck gefunden wird?
- Wie kann ich Leckschäden frühzeitig erkennen und vermeiden?
- Wie häufig treten verdeckte Rohrbrüche oder Lecks auf?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Leckortung: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Eine Leckortung dient der präzisen Lokalisierung von verdeckten Wasser- oder Rohrlecks, ohne großflächige Öffnungen vornehmen zu müssen.
- Typische Ursachen sind Rohrbrüche, schadhafte Dichtungen, undichte Heizungs- oder Abwasserleitungen.
- Moderne Methoden wie Thermografie, akustische Ortung, Tracergas oder Videoinspektion ermöglichen zerstörungsfreies Arbeiten.
- Der Ablauf beginnt mit einer Schadensanalyse und endet mit der punktgenauen Eingrenzung der Leckstelle.
- Die Kosten hängen von Aufwand, Verfahren und Objektgröße ab und liegen meist zwischen 200 und 600 Euro.
Was ist eine Leckortung?
Eine Leckortung ist ein Verfahren, bei dem mit spezieller Technik auf den Punkt genau lokalisiert werden kann, wo sich eine undichte Stelle befindet. Dabei kommen diverse Messtechniken zum Einsatz, die physikalische Veränderungen wie Temperaturunterschiede, Feuchteverteilung oder Schallwellen erfassen. Das Besondere bei einer Leckortung ist, dass sie zerstörungsfrei funktioniert, sodass vermeidbaren Schäden gezielt vorgebeugt wird. Gerade bei verdeckten Schäden, wie sie oft unter Fußböden, in Wänden oder Dächern vorkommen, sind die angewandten Methoden sehr effizient.
Typische Einsatzbereiche für die Leckortung
- Heizungs- und Trinkwasserleitungen
- Flachdächer und Dachabdichtungen
- Bodenheizungen und Fußbodenestriche
- Swimmingpools oder Wasserzuleitungen
- Abwasser- und Entwässerungssysteme
Wie lange dauert eine Leckortung?
Die Leckortung kann in 2 bis 3 Stunden erledigt sein, aber bei komplexen Fällen auch mehr Zeit benötigen. In der Regel ist aber auch dann innerhalb eines Tages die undichte Stelle gefunden.
Was ist der Unterschied zwischen einer Leck- und Rohrbruchortung?
- Die Leckortung umfasst alle Verfahren, mit denen undichte Stellen an Leitungen, Dächern oder Flächen aufgespürt werden, egal, ob es sich um Wasser-, Gas- oder Heizungslecks handelt. Ziel ist es, die Ursache eines Feuchtigkeitsschadens präzise zu lokalisieren, ohne große Flächen öffnen zu müssen.
- Die Rohrbruchortung ist dagegen eine spezielle Form der Leckortung, die sich ausschließlich auf Rohrleitungen bezieht. Hier steht das Aufspüren eines konkreten Rohrbruchs im Vordergrund, um die Stelle zu finden, an der ein Rohr gerissen oder geborsten ist.
Wann ist eine Leckortung notwendig?
Sobald Wasser austritt, ohne dass Sie die Schadensquelle auf Anhieb ausfindig machen können, sollten Sie eine Leckortung in die Wege leiten. Besonders bei Neubauten oder komplexen Leitungssystemen kann ein Leck unbemerkt bleiben, bis sich sichtbare Feuchtigkeit zeigt. Auch bei wiederkehrenden Wasserschäden, Schimmelbildung oder auffälligen Wasserverbrauchswerten ist eine Leckortung sinnvoll. Eine Leckortung lohnt sich bereits bei ersten Verdachtsmomenten, beispielsweise bei feuchten Flecken oder plötzlichem Druckabfall beim Wasser. Je früher Sie reagieren, desto geringer sind Folgeschäden und Trocknungskosten. Denn die Feuchtigkeit dringt über kleinste Poren, Risse oder Fugen in das Mauerwerk ein und verteilt sich dort kapillar. Wird nichts unternommen, nimmt die Wand Wasser auf wie ein Schwamm, was im Laufe der Zeit die Tragfähigkeit und Wärmedämmung vermindert. Im Winter kommt es zusätzlich zu Frostsprengungen.
Welche Schäden machen eine Leckortung erforderlich?
Sobald Feuchte sichtbar wird oder Verbrauch beziehungsweise Druck auffällig sind, die Leckstelle aber nicht eindeutig lokalisiert werden kann, ist eine Leckortung sinnvoll. Sie verhindert unnötiges „Aufstemmen auf Verdacht“ und begrenzt Folgeschäden.
Typische Schäden bzw. Schadensbilder sind:
- Feuchteflecken und Verfärbungen an Decken, Wänden oder Sockelbereichen (auch wiederkehrend nach dem Trocknen)
- Schimmelbildung oder deutlich erhöhte Luftfeuchte in einzelnen Räumen, insbesondere ohne plausiblen Lüftungs-/Nutzungsgrund
- sich ablösende Tapeten, aufgequollener Putz oder Blasenbildung unter Farbe oder Beschichtung
- aufquellende oder sich verformende Bodenbeläge (Parkett/Laminat), dunkle Fugen, weiche Stellen; bei Fliesen ggf. hohle oder klappernde Bereiche
- feuchte oder nasse Stellen im Estrich bzw. ein dauerhaft „kühler“ Bodenbereich, häufig in Verbindung mit Geruch nach Moder
- unerklärlich steigender Wasserverbrauch (Wasserzähler läuft, obwohl nichts entnommen wird)
- plötzlicher Druckabfall in der Trinkwasser- bzw. Heizungsanlage
- Heizungsprobleme wie häufiges Nachfüllen, Luft in Heizkörpern, sinkender Anlagendruck oder ungleichmäßige Wärmeverteilung (Hinweis auf Leck im Heizkreis oder bei der Fußbodenheizung)
- Wasserschäden im Untergeschoss wie Durchfeuchtung von Wand- und Bodenanschlüssen, nasse Lagerstellen, Salzausblühungen; wenn Außenwasser/Drainage als Ursache nicht infrage kommt
- Geräusche wie leises Rauschen, Zischen oder Fließgeräusche in Wänden oder Böden bei geschlossenen Armaturen (kann auf Leitungsleck hinweisen)
Gibt es zerstörungsfreie Verfahren zur Leckortung?
Moderne Verfahren wie ermöglichen in der Regel eine zerstörungsfreie Leckortung, bei der Wände oder Böden nicht großflächig geöffnet werden müssen, um die Leckstelle zu finden, stattdessen wird sie präzise eingegrenzt. Nur bei unklaren Befunden oder Mehrfachlecks kann es zu Ausnahmen kommen, in denen punktuelle Prüfungen nötig sind. Für die eigentliche Reparatur muss jedoch fast immer genau an der Leckstelle die Wand oder der Boden minimalinvasiv geöffnet werden, damit das Rohr zugänglich gemacht, gelötet, geklemmt oder ausgetauscht werden kann. Diese Methoden sparen also vor allem unnötigen Aufwand bei der Suche, reduzieren Dreck und Kosten, aber die Reparatur erfordert in den meisten Fällen ein kleines, gezieltes Loch. Danach folgt oft eine Schadensbewertung sowie Trocknung und Wiederherstellung, was weitere begrenzte Eingriffe nach sich ziehen kann.
| Schritt | Ziel | Bauteilöffnung nötig? |
|---|---|---|
| Leckortung | Leckstelle finden | meist nein bzw. nur sehr geringfügig |
| Schadensbewertung | Umfang des Wasserschadens einschätzen | evtl. kleine Prüföffnungen |
| Reparatur des Lecks | Rohr/Abdichtung instandsetzen | punktuelles Öffnen fast immer notwendig |
| Trocknung/Wiederherstellung | Bausubstanz trocknen, Oberfläche erneuern | weitere begrenzte Öffnungen je nach Schaden |
Folgen unbehandelter Lecks
- Rohrbrüche
- massive Schädigung der Gebäudestruktur
- Frostschäden an Kupfer- oder Kunststoffrohren
- Funktionsverlust der Dämmstoffe
- Schimmel
- Aufquellen von Holzbauteilen
- Risiko durch Strom
- Versicherungsverlust
Wie läuft eine Leckortung ab?
- Vorbesichtigung und Schadensaufnahme: Zu Beginn grenzt der Fachbetrieb den betroffenen Bereich grob ein. Dazu sichtet und dokumentiert er die sichtbaren Schadensbilder, den Wasserdruck in der Heizungsanlage und den Verlauf der Wasseruhren.
- Sichtprüfung und Auswertung vorhandener Pläne: Anschließend werden, sofern verfügbar, Baupläne oder Installationszeichnungen hinzugezogen, um nachvollziehen zu können, wo welche Leitungen verlaufen.
- Auswahl geeigneter Ortungsmethoden: Je nach Schadensbild, Leitungsmaterial und Verdachtslage erfolgt die Auswahl einer passenden Messmethode, wie zum Beispiel Thermografie oder Tracergas.
- Durchführung der Messung: Je nach Verfahren kann die Messung durch eine visuelle Analyse mit der Wärmebildkamera, das Abhören von Schallfrequenzen mit Spezialmikrofonen oder das Detektieren von Prüfgas erfolgen. Der Fachmann arbeitet dabei systematisch entlang der Leitung oder der vermuteten Schadstelle.
- Analyse und Protokollierung der Ergebnisse: Sobald das Leck lokalisiert wurde, werden die Ergebnisse dokumentiert inklusive Fotos, Messprotokollen und einer genauen Beschreibung der Leckstelle. Dieses Protokoll dient nicht nur als Grundlage für die anschließende Reparatur, sondern ist auch wichtig für die Schadensmeldung bei der Versicherung oder bei vermieteten Objekten für die rechtliche Absicherung.
Welche Methoden der Leckortung gibt es?
- Thermografie: visualisiert Temperaturunterschiede auf Oberflächen mittels Wärmebildkamera
- Tracergasverfahren: führt ein Prüfgas in das Leitungssystem ein, das an der Leckstelle austritt und detektiert wird
- akustische Ortung: erfasst das Geräusch von austretendem Wasser mit Mikrofonen oder Sensoren
- Rauchgasverfahren: füllt Leitung oder Abdichtung mit Rauchgas, das an der undichten Stelle sichtbar austritt
- Videoinspektion: führt eine Kamera in Rohre oder Hohlräume ein, um Leckagen oder Schäden direkt zu erkennen
Kein Schaden gleicht dem anderen, weswegen sich über die Jahre unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt haben, um Lecks zu orten. Welches Verfahren sich eignet, hängt sehr von den Grundbedingungen vor Ort ab. In der Praxis werden häufig mehrere Methoden kombiniert, um die Leckstelle zweifelsfrei festzustellen.
Wie funktioniert eine Leckortung mit Thermografie?
Wasser, das aus einer undichten Stelle in der Wand, der Decke oder im Boden austritt, verändert durch Abkühlung oder Erwärmung die Temperatur der Umgebung. Diese Differenzen erfasst die thermografische Leckortung mit einer Infrarotkamera. Wichtig ist, dass ein ausreichender Temperaturunterschied zwischen Rohrinhalt und Umgebung besteht.
Wie funktioniert eine Leckortung mit akustischer Ortung?
Die akustische Ortung nutzt das Geräusch, das austretendes Wasser im Leitungssystem verursacht. Über hochempfindliche Mikrofone und elektronische Filtertechnik werden diese Geräusche aufgezeichnet, verstärkt und analysiert. Das lauteste Signal weist auf die Position des Lecks hin.
Wie funktioniert eine Leckortung mit Tracergas?
Beim Tracergasverfahren wird ein ungiftiges Gasgemisch in das entleerte Leitungssystem eingeleitet. Das Gas, das überwiegend aus Wasserstoff und Stickstoff besteht, ist leichter als Luft und tritt durch die kleinste undichte Stelle aus. An der Oberfläche misst ein spezieller Sensor die Gaskonzentration und erkennt so die genaue Austrittsstelle.
Wie funktioniert eine Leckortung mit Rauchgas?
Das Rauchgasverfahren nutzt ein sichtbares, gesundheitlich unbedenkliches Rauchgas, das in die Leitung oder Abdichtung eingeblasen wird. Tritt Rauch an einer Stelle aus, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf eine Undichtigkeit.
Wie funktioniert eine Leckortung mit Videoinspektion?
Bei der Videoinspektion wird eine kleine Kamera über eine flexible Leitung in das Rohrsystem eingeführt. Die Kamera liefert ein Livebild, auf dem der Fachmann Korrosion, Risse, Ablagerungen oder Leckagen erkennen kann. Zusätzliche Funktionen wie Schwenkköpfe, LED-Beleuchtung und Lasermessung ermöglichen eine präzise Analyse selbst in verwinkelten Leitungsverläufen.
Vorteile und Nachteile der einzelnen Methoden zur Leckortung
| Methode | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Thermografie |
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| akustische Ortung |
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| Tracergas |
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| Rauchgas-Leckortung |
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| Video |
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Leckortung: Welche Methode ist bei welcher Art von Schaden sinnvoll?
| Methode der Leckortung | geeignete Schadensarten oder Einsatzbereiche |
|---|---|
| Thermografie |
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| akustische Ortung |
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| Tracergasverfahren |
|
| Rauchgasverfahren |
|
| Videoinspektion |
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Was passiert nach der Leckageortung?
Der Fachbetrieb erstellt ein Messprotokoll, in dem Ort, Art und Ursache des Lecks genau festgehalten werden. Dies enthält in der Regel auch Fotos, Skizzen und Messergebnisse. Darüber hinaus wird häufig eine Dichtigkeitsprüfung der Gesamtanlage durchgeführt, um auszuschließen, dass sich weitere verdeckte Leckagen im System befinden. In vielen Fällen beginnt im Anschluss auch bereits die technische Trocknung, um Folgeschäden durch Restfeuchte in Estrich, Dämmung oder Mauerwerk zu vermeiden.
Wie wird das gefundene Leck repariert?
Je nach Material und Leitungsart wird die defekte Stelle verlötet, verschweißt, verpresst oder ausgetauscht:
- Kupferrohre werden meist gelötet oder mit Pressverbindungen instandgesetzt.
- Kunststoffleitungen erhalten Muffen- oder Steckverbindungen oder werden verschweißt.
- Metallrohre können je nach System ebenfalls gepresst oder gelötet werden.
Was kostet eine Leckortung 2026?
Die Kosten liegen in der Regel zwischen 200 und 600 Euro, wenn der Schaden vergleichsweise schnell gefunden wird. Lässt sich das Leck nicht so schnell identifizieren, können die Kosten steigen und auch schnell bis zu 2.000 Euro betragen. Lassen Sie sich immer mehrere detaillierte Angebote mit Aufschlüsselung nach Anfahrtskosten, Geräteeinsatz und Dokumentation geben und vergleichen Sie diese. So behalten Sie die Kontrolle über den Endpreis und können Angebote vergleichen.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten der Leckortung?
- Art des Leitungssystems
- Komplexität
- eingesetzte Verfahren
- Größe der zu untersuchenden Fläche
- Zeitaufwand
- Anfahrtsstrecke
- Protokollierung und Fotodokumentation
- Gebäudebeschaffenheit
- Region
Leckageortung: Wer trägt die Kosten?
Grundsätzlich ist der Eigentümer des betroffenen Gebäudes oder der Wohnung zunächst selbst für die Kosten einer Leckortung verantwortlich. Ob und in welchem Umfang diese Ausgaben erstattet werden, hängt von der Ursache des Schadens sowie den vertraglichen Regelungen mit Versicherungen oder Mietparteien ab.
Bei Mietwohnungen ist die Zuständigkeit unterschiedlich geregelt:
- Liegt der Schaden an einer Leitung innerhalb der Bausubstanz, ist in der Regel die Gebäudeversicherung des Vermieters zuständig.
- Entsteht ein Schaden am Inventar des Mieters (z. B. Möbel oder Teppiche), greift die Hausratversicherung des Mieters.
Zahlt die Versicherung eine Leckortung?
Es ist durchaus möglich, dass Versicherungen den Schaden übernehmen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Es muss sich um einen versicherten Leitungswasserschaden handeln.
- Die Leckage muss einen Schaden verursacht haben oder es muss ein drohender Schaden unmittelbar bevorstehen.
- In der Regel übernimmt die Versicherung auch die Reparatur der betroffenen Stelle, nicht jedoch Folgeschäden durch unsachgemäße Trocknung.
Kann ich ein Leck ohne professionelle Hilfe orten?
Für Laien sind einfache Vorprüfungen möglich, jedoch keine exakten Leckortungen. Sie können mit dem systematischen Abschalten einzelner Leitungsabschnitte beginnen, um zu prüfen, wann der Druckabfall stoppt. Auch die Kontrolle der Wasseruhr bei geschlossenen Hähnen kann helfen. Allerdings kann ein Versuch in Eigenregie zu Fehlinterpretationen führen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Feuchtigkeit aus Kondensat oder diffundierender Baufeuchte stammt. Diese Ursachen lassen sich nur mit professioneller Technik voneinander unterscheiden. Zudem sollten Sie bedenken, dass eine selbst durchgeführte Fehlortung im Versicherungsfall zu Problemen führen kann, wenn dadurch Folgeschäden entstehen oder Messdaten fehlen.
Was tun, wenn trotz Leckortung kein Leck gefunden wird?
Bleibt die Lecksuche erfolglos, obwohl Feuchtigkeit vorhanden ist, kann die Ursache auch an bauphysikalischen Problemen liegen. Dazu gehören
- Kondenswasser,
- aufsteigende Feuchte oder
- mangelhafte Abdichtungen.
In solchen Fällen sollte ein Bausachverständiger hinzugezogen werden, der die Bauhülle und das Raumklima analysiert. Auch falsch interpretierte Messergebnisse kommen vor, etwa wenn mehrere kleine Undichtigkeiten den Effekt eines großen Schadens vortäuschen. Eine zweite Messung mit alternativer Technik, beispielsweise Kombination aus Tracergas und Thermografie, liefert häufig Klarheit.
Wie kann ich Leckschäden frühzeitig erkennen und vermeiden?
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Wasseruhren, den Heizungsdruck und sichtbare Leitungsabschnitte.
- Schließen Sie Wartungsverträge mit Installateuren ab.
- Dämmen Sie Leitungen in unbeheizten Räumen, um Frostschäden zu vermeiden.
- Achten Sie auf korrekte Installation bei Umbauten.
- Nutzen Sie moderne Smart-Home-Systeme, die Leckagen automatisch melden, indem sie den Wasserfluss überwachen und bei Unregelmäßigkeiten das Hauptventil schließen.
Wie häufig treten verdeckte Rohrbrüche oder Lecks auf?
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ereignet sich in Deutschland im Durchschnitt alle 30 Sekunden ein Leitungswasserschaden, was jährlich etwa mehr als 1 Million Fälle bedeutet. [2] Leitungswasserschäden durch geplatzte Rohre und undichte Leitungen haben 2024 mit 4,9 Milliarden Euro den bisher höchsten Schadenaufwand seit Aufnahme der Statistik verursacht und zeigen einen deutlichen Anstieg. [3] Dieser Anstieg resultiert vor allem aus höheren Reparaturkosten durch gestiegene Material- und Lohnpreise sowie aufwändigere Sanierungsmaßnahmen bei älteren Gebäudetechniken, die durch Modernisierungsstau und Klimabelastungen anfälliger werden. Zudem häufen sich schwere Einzelfälle mit teuren Folgeschäden wie Schimmelbildung, was den Gesamtaufwand weiter treibt.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Beauftragen Sie Fachbetriebe, denn nur zertifizierte Leckorter liefern zum Beispiel mit Rauchgasverfahren oder anderen Methoden verwertbare Ergebnisse für Versicherungen.
- Ein seriöser Fachbetrieb zeigt Ihnen auf Wunsch, wie Thermografie, Tracergas oder akustische Ortung funktionieren. So gewinnen Sie Vertrauen in die angewandte Methode und können die Ergebnisse besser nachvollziehen.
- Leitungswasserschäden treten häufig außerhalb der üblichen Geschäftszeiten auf. Um abgesichert zu sein, können Sie sich auch bereits im Vorfeld umsehen, auf welche Firma Sie zurückgreifen möchten. Achten Sie aber darauf, dass der Fachbetrieb einen 24-Stunden-Service anbietet.
- Manche Leckortungsfirmen übernehmen die Kommunikation mit dem Versicherer. Das spart Ihnen Zeit und Mühe bei der Schadensabwicklung.
- Bei der Ortung kann es notwendig sein, Möbel zu verrücken oder Abdeckungen zu entfernen. Bereiten Sie den betroffenen Bereich entsprechend vor oder bitten Sie den Betrieb um Schutzmaßnahmen.
Fazit
Eine professionelle Leckortung ist unverzichtbar, um verborgene Leitungswasserschäden schnell und präzise zu lokalisieren. Moderne Verfahren ermöglichen eine nahezu zerstörungsfreie Diagnose und verhindern teure Folgeschäden an Estrich, Wänden und Leitungen. Wer frühzeitig reagiert, spart nicht nur Kosten, sondern schützt auch die Gebäudesubstanz nachhaltig. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Fachbetrieb und die Dokumentation aller Schritte sind dabei der Schlüssel zu einer erfolgreichen Schadensregulierung.
Leckortung: Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich einen qualifizierten Fachbetrieb für die Leckageortung?
Ein seriöser Fachbetrieb für Leckortung sollte über nachweisbare Erfahrung, entsprechende Messtechnik und idealerweise Zertifizierungen verfügen, zum Beispiel im Bereich Gebäudediagnostik oder Schadensbewertung. Empfehlenswert ist es, auf Bewertungen, Empfehlungen oder Mitgliedschaften in Fachverbänden zu achten. Einige Versicherungen führen auch Listen mit anerkannten Dienstleistern, die im Schadensfall direkt beauftragt werden können.
Was sollte ich tun, bevor der Fachbetrieb zur Leckortung kommt?
Entfernen Sie Möbel oder Teppiche, dokumentieren Sie Auffälligkeiten wie Geräusche, Gerüche oder Veränderungen an Oberflächen. Notieren Sie auch den letzten Wasserzählerstand sowie eventuelle Druckabfälle. Diese Informationen helfen dem Fachbetrieb, schneller und gezielter zu arbeiten.
Kann eine Leckortung auch in unbewohnten oder leerstehenden Gebäuden erfolgen?
Ja, eine Leckortung ist auch in leerstehenden Immobilien problemlos möglich. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass die Heiz- oder Wasseranlagen zugänglich und funktionsbereit sind. Bei leerstehenden Gebäuden ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig, da ein Leck hier über längere Zeit unbemerkt bleiben kann.
Kann eine Leckortung auch bei gefrorenen Leitungen durchgeführt werden?
Bei gefrorenen Leitungen ist eine Leckortung in der Regel erst möglich, wenn das Wasser wieder aufgetaut ist. Während des Gefrierzustands lassen sich weder Druckverluste noch akustische oder thermische Veränderungen zuverlässig messen. Sobald die Leitung aufgetaut ist, sollte die Ortung möglichst zeitnah erfolgen, da es nach dem Auftauen häufig zu Rohrbrüchen kommt.
Quellen
[1] Künzel, Hartwig M., u. a. „Auf Wissen bauen“. Fraunhofer.de, www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/en/documents/Einfluss-Feuchte-Waermedaemmwirkung-Kuenzeltcm1021-97544.pdf. Zugegriffen 3. Dezember 2025.
[2] „Unter Druck“. Gdv.de, www.gdv.de/gdv/unter-druck-39356. Zugegriffen 5. Dezember 2025.
[3] „Leitungswasserschäden steigen stark – und verteuern die Wohngebäudeversicherung massiv“. Finanztip.de, Finanztip, 7. November 2025, www.finanztip.de/presse/leitungswasserschaeden-steigen-stark-und-verteuern-die-wohngebaeudeversicherung-massiv/. Zugegriffen 5. Dezember 2025